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Filipowitsch, Ludmila "Ein Ärzteprozess regionalen Maßstabs oder der übliche Kampf um die Macht"


Zu allen Zeiten und politischen Epochen gab es Ärzteprozesse. Nach Meinung von Experten ist das eine der nationalen Besonderheiten von Russland, wo von Zeit zu Zeit kriminalistische Sensationen an den Tag gebracht werden: Leute in weißen Kitteln und schwarzen Anzügen vergiften oder machen zu Krüppeln. Auch in unserer Zeit gibt es zuhauf Horrorszenarien. Kürzlich wollten sibirische Ärzte einen „Leichenhandel“ aufziehen. Sie wollten ein paar Dutzend Leichen von auf natürlichem Wege Verstorbener ins Ausland verschieben, wurden jedoch von der russischen Zollfahndung anhand der gefälschten Lieferscheinen aufgedeckt, an eben jener Grenze zu dem ausländischen Staat. Am 2. März hat ein Moskauer Gericht die des versuchten Mordes angeklagten Moskauer Ärzte, die „die Leute fast von der Straße geholt haben, um ihnen Organe zu entnehmen“, freigesprochen. Auffallend ist, dass es in Jekaterinburg, wo man Russland üblicherweise immer eine Nasenlänge voraus ist, erstaunlicherweise keine Todesfälle gab. Dieses Mal war die Uraler Staatliche Medizinische Akademie das Schlachtfeld für die Widersacher, die die Behörden auf den Plan riefen und in Glücksspiele ohne Regeln verwickelten. Die gegnerische Gruppe hat die Unannehmlichkeiten für ihre Kollegen, Dozenten und Professoren buchstäblich organisiert, Strafanzeigen und Inspektionen in der Buchhaltung mit dem Ziel, den Rektor zu diskreditieren.

Die Anfänge der Jekaterinburger „Ärzteprozesse“ blieben für Nichteingeweihte uneinsichtig. Es ist aber kein Arztgeheimnis, denn es hat durchaus reale Wurzeln. Das Problem liegt darin, dass der Gouverneur seinerzeit Jastrebow zu seiner Vertrauensperson gemacht hat. Wie er übrigens auch Vertrauensperson der Partei „Einiges Russland“ wurde, als sie gegründet worden war. Ein hoher und einflussreicher Beamter wollte diese weithin geachtete Person, die eine eigene Meinung hat und bereit ist, sie durchzusetzen, nicht länger auf seinem Posten sehen. „Jetzt werden sich die Behörden um Jastrebow kümmern“, ließ der hohe Beamte verlauten, für den der Rektor der Akademie seit diesem Tag zur persona non grata geworden ist.

Die Visitenkarte:

Anatolji Jastrebow, seit 1984 Rektor der Uraler Medizinischen Akademie, ist verdienter Wissenschaftler Russlands, korrespondierendes Mitglied der russischen Akademie für medizinische Wissenschaften, Doktor der Medizin, Professor, Mitglied bei der russischen Akademie für Naturwissenschaften, der Russischen Ökologischen Akademie, Leiter des Lehrstuhles für pathologische Physiologie, Vertreter des Gesundheitsministeriums der Russischen Föderation im Föderationskreis Ural. Er erhielt die staatlichen Anerkennungen: die Orden „Ehrenauszeichnung“ und „Für Völkerverständigung“, die Medaille „Veteran der Arbeit“, die Auszeichnung „Für hervorragende Verdienste in der höheren Schule“.

Vom Internationalen Biografischen Komitee (Cambridge, England) wurde er zum Internationalen Menschen des Jahres gewählt. Er ist Autor von über 300 wissenschaftlichen Arbeiten, sieben Monographien, fünf Patenten. Er ist das Haupt einer in Russland und der übrigen Welt bekannten Schule pathologischer Physiologen.

Er war wissenschaftlicher Leiter bei 14 Habil- und 30 Doktorarbeiten. Ist einer der führenden pathologischen Physiologen Russlands, weltbekannt für seine Arbeiten in den Forschungsbereichen: Pathologische Physiologie in Extremzuständen, experimentelle Hämatologie, Adaption des Organismus bei Einwirkung extremer Faktoren. Von Professor Jastrebow wurde eine Konzeption zur Erhöhung der Resistenz des Organismus gegen die Einwirkung schädlicher Faktoren durch Optimierung des Gewebeaustausches entwickelt, die bei der Prophylaxe von Erkrankungen bei Arbeitern Anwendung findet, die unter gesundheitsschädlichen Produktionsbedingungen tätig sind. Für die Ausarbeitung der diagnostischen und prophylaktischen Maßnahmen, die in der Produktionsvereinigung „Uralmasch“ in die Praxis umgesetzt wurden, bekam Jastrebow die Goldmedaille bei der Ausstellung der Volkswirtschaftlichen Errungenschaften der UdSSR (WDNCh) verliehen.

Viel Aufmerksamkeit widmet er der Ausbildung und Attestierung des medizinischen Personals am Ural. Er ist Vorsitzender der Prüfungskommission des Senates in Jekaterinburg und Mitglied der Prüfungskommission des Senates in Tscheljabinsk. Seit 20 Jahren leitet er die Uraler überregionale Gesellschaft der pathologischen Physiologen, ist Vorsitzender der städtischen Gesellschaft der pathologischen Physiologen, des Swerdlowsker Gebietsverbandes der Gerontologen, Vorstandsmitglied der Russischen Gesellschaft der pathologischen Physiologen, Mitglied des Redaktionsrates beim Fachblatt „Pathologische Physiologie“, Redakteur der Zeitschrift „Mitteilungen der Uraler Medizinischen Akademie“. Viel Aufmerksamkeit widmet er der Entwicklung der medizinischen Grundlagenforschung, der Verbindung zwischen Medizin und Forschung am Ural. Er leitet die interdisziplinären Seminare (der Medizinischen Akademie und des Instituts für Ökologie von Pflanzen und Tieren) „Probleme der Adaptierung an die Einwirkung extremer und anthropogener Faktoren“, ist wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Gerontologie und Geriatrie, das am Swerdlowsker Psychoneurologischen Hospital für Kriegsveteranen gegründet wurde.

Die Uraler Medizinische Akademie, der Anatolij Jastrebow seit 20 Jahren vorsteht, ist die führende medizinische Universität Föderationskreis Ural.

Die Kunst zuzuschneiden und zu nähen

Das 1930 geschaffene Swerdlowsker Medizinische Institut hat mit seinen Erfolgen die ganze UdSSR beeindruckt. Vor zehn Jahren wurde ihm der Status Akademie zuerkannt. Hierher kamen aus der Hauptstadt, ohne ihre Besuche an die große Glocke zu hängen, Alla Pugatschowa und andere Showgrößen, um bei den Uraler Schönheitschirurgen plastische Korrekturen ihrer Gesichter vornehmen zu lassen. Übrigens wurden hier an der pädiatrischen Fakultät der Sohn des ersten bevollmächtigen Vertreters des Präsidenten der Russischen Föderation zu Jelzins Zeiten für das Gebiet Swerdlwosk Witalij Maschkow und seine Tochter Larissa Mischustina, heute Referent beim Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin, zu Kinderärzten ausgebildet. Beide Generationen sind mit der Uraler Akademie, an der ausschließlich hoch qualifizierte Ärzte und Pädagogen beschäftigt sind, gleichermaßen zufrieden.

Aber zwei skandalöse Ereignisse in den letzten Jahren waren die Vorboten der medizinischen Schlacht im „Kampf um die Macht“. 2001 wurde der Rektor der Medizinischen Akademie zum Vertreter des Gesundheitsministeriums im Föderationskreis Ural ernannt. Und er wurde als Rektor wiedergewählt.

„Es war die einzig richtige Wahl“, findet Dmitrij Golubew, der Leiter der Abteilung für Koordinierung der Zusammenarbeit in Fragen des Gesundheitswesens im Föderationskreis Ural, der wichtigste unabhängige Fachmann für Probleme des öffentlichen Gesundheitswesens im Föderationskreis Ural, Professor und Doktor der Medizin.

„Vor vier Jahren, als die Vertretungen des Gesundheitsministeriums in den Föderationskreisen gegründet wurden, war völlig selbstverständlich der Rektor der Medizinschen Akademie zum Vertreter des Ministeriums bestimmt worden. Eine Person mit hervorragendem Ruf, absolut unabhängig, hochintellektuell, ein blendender Fachmann, integer (was für das Ministerium besonders wichtig war, dass er nicht an bürokratische Strukturen gebunden war, in der Administration oder Regierung o.ä.). Ein Mensch, der seinen eigenen Standpunkt hat und durchaus in der Lage ist, für eine Umsetzung der Politik des Gesundheitsministeriums auf regionaler Ebene zu sorgen.

All die Charakterzüge, von denen ich weiter oben gesprochen habe, waren hier unwahrscheinlich wichtig. Darunter auch sein sehr offener Führungsstil und sein kreativer Arbeitsansatz. Jastrebow ließ es zu, dass man selbstständig arbeiten konnte. Selbstverständlich waren die grundlegenden politischen Prinzipien abgesprochen, aber in konkreten Einzelfragen konnte man die Entscheidungen selbstständig treffen. Und das ist mir natürlich sehr entgegen gekommen.

Dass sich anschließend in der Akademie Ereignisse negativen Charakters entwickelten, war natürlich ungünstig, denn man wird gezwungen, seine Energie an Unnötiges zu verschwenden und kann sich nicht auf die Entwicklung, nicht auf Verbesserung und Resultate konzentrieren, sondern muss zum wiederholten Male dieselbe Antwort geben und an immer neuen Strafprozessen teilnehmen. In die Intrigen, die hier gebastelt wurden, wurden wir alle freiwillig oder unfreiwillig mit hineingezogen. Das Verfahren läuft immer noch, mit erstaunlicher Hartnäckigkeit verfolgen die Übeltäter ihre Strategie. Obwohl man meinen sollte, die Dinge liegen klar auf der Hand. Einem jeden mit gesundem Menschenverstand ist klar, worum es geht, aber die Verleumder versuchen stur jede sich bietende Gelegenheit auszunutzen: Dieser Prozess ist schon chronisch…“

Seine Sicht der Dinge hat uns Jurij Tschugajew mitgeteilt, der Prorektor der Heil- und Postdiplomausbildung, Leiter des Lehrstuhls für Phtisio- und Pulmologie, Professor der Medizin, korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Naturwissenschaften, verdienter Hochschullehrer der Russischen Föderation:

„Es ist ohne Zweifel ein Kampf um die Macht. Vor zwei Jahren fand eine Mitarbeiterversammlung an unserer Akademie statt. Von 160 Delegierten haben bei geheimer Abstimmung 158 für Anatolij Jastrebow als Rektor gestimmt. Und den Leuten, über die wir heute sprechen, hat das nicht gepasst. Sie bombardierten alle, das Gesundheitsministerium, den Präsidentenvertreter im Föderationskreis Ural, mit schmutzigen Anschuldigungen gegen Anatolij Jastrebow. Die gemachten Vorwürfe sind absurd: die Akademie stehe vor dem Aus; das tut sie aber nicht. Anatolij Jastrebow soll die Akademie ruiniert haben. Diesen Leuten, ich möchte ihre Namen nicht nennen, gelang es die Redaktion eines Fernsehkanals einzuseifen. Und genau zu der Zeit, als sich die Abiturienten in die Akademie einschrieben, tönte vom Bildschirm eine Masse negativer Informationen über die Akademie und deren Rektor. Das hat zwar nicht geschadet, aber hilfreich war es gerade auch nicht. Die Akademie entwickelt sich dynamisch. Und zur Apotheose unserer Entwicklung wurde die Einschätzung des Kollegiums am Gesundheitsministerium der Russischen Föderation, die am 27. Juli 2003 unter der Federführung des damaligen Ministers Schewtschenko verfasst worden war. Wir haben in einer Liveschaltung an dem Kollegium mitgewirkt, wozu die Vertreter der Rektorenräte von 32 höheren Bildungseinrichtungen von Jekaterinburg eingeladen worden waren, Mitglieder der Swerdlowsker Gebietsregierung und wir, die Mitglieder des Rektorenrates der Medizinischen Akademie. Wir alle haben unsere Standpunkte vorgebracht. Und als am Ende der Veranstaltung Bilanz gezogen wurde, sagte der damalige Gesundheitsminister laut und deutlich: „Ich lasse mir Jastrebow nicht vermiesen. Die Akademie ist eine der führenden des Landes. Sie entwickelt sich dynamisch“. Und er hat die Leute, die das Gesundheitsministerium und andere Instanzen mit allerlei negativer Information bombardieren, so schön bezeichnet! Er sagte: „Richten Sie diesen Lumpen aus, dass keiner von ihnen je Rektor der Akademie werden wird“. Und weiter fügte er hinzu: „Ich hätte diese Liveschaltung auch nicht durchführen können, denn ich kenne Anatolij Jastrebow gut genug. Ich habe das für die anderen Rektoren gemacht, denn sie sollen wissen, dass Rektoren, die ihre Studenten so lieben, die ihre Aufgaben so ernst nehmen, wie Anatolij Jastrebow es tut, bei uns immer Rückendeckung finden werden. Solchen Leuten muss man den Rücken freihalten“. Das ist die Einschätzung für unseren Leiter, unsere Akademie und unsere Mitarbeiter von seinem Gründungsmitglied. Das heißt, um mit alter Parteisprache zu sprechen, es ist eine Gruppe Abtrünniger, die um jeden Preis eine Position freimachen musste, um ihre nicht sonderlich begabte Person dort hinzusetzen. Die weder dumm noch gescheit ist, dafür aber bequem. Er hätte sie bis zu ihrem Tod mit guten Posten versorgt und keine Ergebnisse eingefordert. Diese Leute haben sich um ihre Zukunft gekümmert. Aber das ist hier der falsche Ort. Sie werden es nicht schaffen.

Glücksspiele: die Liebe zu Unannehmlichkeiten

Wir hatten das Gespräch mit Larissa Lapschina, dem Prorektor für Wirtschafts- und Rechtsfragen, Doktor der Wirtschaftswissenschaften, gerade angefangen, als sie sich mitten im Satz unterbrach und wie eine Bilderbuchschülerin aufstand und leise grüßte: „Guten Tag, Lehrer!“

In das geräumige Arbeitszimmer trat mit kraftvollen Schritten ein großer, kräftiger Mann, und man hatte den Eindruck, als würde er das Zimmer augenblicklich ausfüllen:

„Darf ich mich vorstellen, Anatolij Jastrebow, Rektor.“

Aus der Gewohnheit des professionellen Referenten heraus, der es gewohnt ist, von der ersten Sekunde an, den Gesprächspartner zu beherrschen, schaltet er sich in unser Gespräch ein:

„Larissa Georgiewna ist immer beschäftigt. Ihre Habilschrift ist fertig, aber sie zu verteidigen, hat sie keine Zeit.“

Kaum hatte sich hinter dem Rektor wieder die Tür geschlossen, da wir versprochen hatten, später bei ihm vorbeizukommen, seufzt Larissa Georgiewna tief:

„Jede Epoche hat seine in Ungnade gefallenen Marschalle. Jetzt ist unser Marschall in Ungnade gefallen.“ Und fügt hinzu: „In jeder Hochschule sind Interessenskonflikte natürlich unausweichlich. Es wird immer welche geben. Wichtig ist aber, dass die Konflikte mit Mitteln entschieden werden, die dem professionellen Anspruch der Hochschule würdig sind. Aber hier wurde als Zielobjekt, als vielleicht Abrechnung mit dem Rektor, eine Person gewählt, die völlig ungeschützt ist, Vollinvalide ist, seine leibliche Schwester Ludmilla Petrowna. Ein Jahr nach ihrem Weggang aus der Akademie, nach ihrem Eintritt in die Rente wurde ein Strafverfahren eingeleitet, weil sie rechtswidrig Gehalt bezogen habe, während sie zu Hause gearbeitet hat. Das wurde mit Absicht eingefädelt, als Schlag gegen Anatolij Petrowitsch. Ich denke nicht, dass viele das glauben.

Stellen Sie sich vor: Viktor Andrejewitsch Koslow hat mit Ludmilla Petrowna zusammen im selben Studienjahr studiert. Und nun, im Alter von 73 Jahren, wo man das Leben ruhiger und würdig angehen sollte, schreibt er über seine Kommilitonin Beschwerden an Staatsanwaltschaft und Finanzinspektion! In einem Zeitraum von vier Jahren hat Professor M.L. Schulujko zu Hause gearbeitet. Er hat viel für seinen Lehrstuhl und die medizinische Akademie insgesamt getan. Er hat ein Buch über die Geschichte der Akademie, über unsere Chirurgen geschrieben. Das alles ist ein notwendiger und wichtiger Teil der pädagogischen, erzieherischen Arbeit, die zu den Aufgaben eines Dozenten gehört. Wir hatten den Fall, als der Vater einer Mitarbeiterin, Dozentin an der Fakultät für medizinische Prophylaxe, an Krebs starb. Sie konnte ihn nicht alleine lassen und während dieser Zeit Vorlesungen halten, hat aber während der ganzen Zeit zu Hause methodische Materialien geschrieben. Von Zeit zu Zeit passieren solche Dinge im Leben, aber alle arbeiten ihr Pensum „ab“. Solche Fälle hat es in der Medizinischen Akademie immer gegeben. Aber ausgerechnet der Fall Ludmilla Petrowna wurde zum Anlass für einen Strafprozess.

„Wissen Sie, wie Ludmilla Petrownas und Anatolij Petrowitschs Eltern auf die Ernennung ihres Sohnes zum Rektor reagiert haben? Sie sagten, sie hätten ihn nun wohl ganz verloren. Sie dachten, er würde nun so beschäftigt sein, dass er seinen Eltern wenig Aufmerksamkeit widmen kann und wenig Zeit mit ihnen verbringen wird. Das heißt, sie haben nie von der Situation profitiert und wollten das auch nicht. Die Tatsache, dass ihr Sohn Rektor geworden war, hat die Eltern bekümmert: Sie konnten weniger Zeit mit ihm verbringen.

Bruder und Schwester Jastrebow sind Menschen, die an Wörter wie Gerechtigkeit, Freundschaft, Teilnahme glauben. Heute scheinen diese Wörter naiv zu klingen, sie gehören jetzt zu den Wörtern, die selten benutzt werden.

„Harmlose“ Sanktionen: der Kassenkampf

Nach Meinung von Frau Professor Jewgenija Roshdestvenskaja ist diese ganze unschöne Geschichte, die sich nun schon über Jahre zieht, eine einzige Farce.

„Erstens, Dozenten sind eine besondere, wichtige Kategorie. Zweitens, vom moralischen Standpunkt aus, muss man ohne Zweifel in allen Fragen der Jugend, den Studenten, Vorbild sein. Und was haben wir hier unterm Strich? Aufgrund der Intrigen und indiskreten Briefe wurden in der Medizinischen Akademie endlose Kontrollen durchgeführt: Belastungsmaterial wurde gesucht, finanzielle Unregelmäßigkeiten. Fünf oder sechs absolut unabhängige Kommissionen kamen zu ein und demselben Ergebnis: es gibt keine Unregelmäßigkeiten. Die opponierende Seite hätte das akzeptieren und sich damit zufrieden geben können. Aber nein! Die Suche nach Belastungsmaterial (vom Himmel oder sonst woher gegriffen) geht weiter. Es werden irgendwelche Motive ausfindig gemacht. Im Besonderen erinnerte man sich an die Schwester des Rektors Jastrebow Ludmilla Petrowna. Wäre die Schwester nicht gewesen, hätten sie einen anderen genommen. Ludmilla Petrowna kenne ich sehr gut: wir haben 16 Jahre lang zusammen gearbeitet. Sie ist am Lehrstuhl als Dozent und Wissenschaftler groß geworden, wurde einer der führenden Spezialisten. Ludmilla Petrowna ist Workaholic, eine achtenswerte Person mit Drang zur pädagogischen Arbeit. Aber in der Kindheit litt sie unglücklicherweise an Kinderlähmung. Während ihrer Kindheit und Jugend hat sie 14 Operationen über sich ergehen lassen müssen, um den Bewegungsapparat wieder herzustellen. Dennoch konnten besondere Resultate nicht erreicht werden. Sie, eine schöne Frau, hinkte weiterhin stark. Aber sie hat einen kolossalen Optimismus. Anatolij Petrowitsch ist auch sehr klug, kontaktfreudig und fröhlich. Sie sind zusammen aufgewachsen. Ihre Mutter war eine außergewöhnliche Frau mit starkem Charakter und hat ihre Kinder gut erzogen. Ludmilla kann wunderbar singen, Anatolij spielt Klavier. Eine talentierte Familie. Bruder und Schwester sind sich unwahrscheinlich ähnlich, im Aussehen und in der Art. Sie haben einen sehr warmen Kontakt mit den Menschen. Das ist ein ungewöhnlicher Zug. Darin unterscheiden sich Ludmilla Petrowna und Anatolij Petrowitsch von anderen.“

„Weshalb der ganze Aufstand?“

„Ludmilla Petrowna fiel es sehr schwer zu gehen, aber sie hatte mit einer Agentur einen Vertrag geschlossen und wurde jeden Morgen mit dem Taxi zur Arbeit gefahren und abends nach Hause. Ist Ihnen klar, wie bescheiden das ist? Der Bruder ist Rektor und hätte ihr für diesen Zweck, ein Dienstfahrzeug anbieten können, und das wäre im Prinzip völlig normal gewesen. Davon hätte Ludmilla Petrowna aber nie im Leben etwas wissen wollen: der Ruf ihres Bruders war ihr sehr wichtig. Von ihrem Standpunkt aus, war das nicht annehmbar. Als es dann schwer wurde zu fahren, hat sie mit Einverständnis des Lehrstuhlleiters und Prorektors für Wissenschaftliche Forschungsarbeiten und Unterricht zu Hause gearbeitet. Das ist ganz normal. Nur die Verleumder sind nicht normal. Das Gehalt, das sie bezog, waren Kopeken. Aber Ludmilla Petrowna hat viel gearbeitet und großen Nutzen gebracht, aber viel wichtiger war, dass sie sich nützlich und gebraucht fühlte. Heute wird endlos darüber debattiert, dass sie zu Hause saß und rechtswidrig Gehalt bezogen habe. Rechtswidrig, weil sie die Schwester des Rektors ist? Im Grunde genommen ist alles völlig legal. Man könnte eine ganze Reihe von Präzedenzfällen nennen. Aber die unsittliche Kritik wird fortgesetzt. Sie hat ein Ziel: die Arbeit zu sabotieren, die Menschen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Aber ist es nicht an der Zeit, damit aufzuhören? Warum kann man das nicht stoppen? Es ist doch von allen schon durchschaut worden. Die Sache ist aber die, dass die Verleumder das Instrument in den Händen anderer sind. Sie dienen den Zielen anderer Leute. Wie auch immer, das Gerede um die Jastrebows ist völlig ungerechtfertigt. Auf einer der Sitzungen des wissenschaftlichen Rates wurde Koslow vorgeschlagen: „Viktor Andrejewitsch, gestehen Sie Ihre Schuld ein! Sie wissen doch, dass Sie Unrecht haben!“ Aber nichts hat sich geändert, die endlosen Gerichtsverfahren, kompromittierenden Briefe, die Beschwerden an alle möglichen Instanzen gehen weiter… Ich habe einen Brief an die Menschenrechtskommission geschrieben, als diese ganze Schlacht um Ludmilla Petrowna entbrannte. All das ist inhuman. Unter medizinischen Pädagogen dürften solche aggressiven, verleumderischen Tätigkeiten keinen Platz haben. Es ist ein humanitärer Beruf. Sie behandeln und unterrichten, haben den Eid des Hippokrates abgelegt, um den Menschen zu dienen. Auch eben jener Viktor Andrejewitsch Koslow, er hat doch auch hier studiert. Er bekam einen Platz am Lehrstuhl, wurde Wissenschaftler, Professor. Das Haus, in dem man wohnt, muss man achten.

Das schwache Glied: Krieg und Frieden

… Als der Krieg begann, war sie neun Jahre alt. Das kranke Mädchen wurde zusammen mit Bruder und Eltern aus Weißrussland nach Sibirien evakuiert. Entbehrungen, Schwierigkeiten, Hunger, aber am wichtigsten: ihre Krankheit und das Krankenzimmer. Das ist alles, was sie in ihrer Kindheit gesehen hat. Aber sie hat gelernt, schön zu singen und Gedichte zu schreiben. Und: Noch als Rentnerin bewahrt sie zusammen mit den Auszeichnungen, der Urkunde über den Doktortitel und den „Veteran der Arbeit“ das Einser-Zeugnis der vierten Klasse auf einem Stück Packpapier auf, auf dessen Rückseite das Wort „Dosenmilch“ geschrieben steht. Und das Schulabschlusszeugnis mit lauter Einsen auf einem linierten Blatt aus einem Schreibheft.

„Das war das reinste Glück, ein unbeschriebenes Blatt Papier. Den ganzen Krieg über haben wir auf den Rand von Büchern geschrieben, mit Tinte aus verdünnter Ofenasche. Daran erinnern sich alle Schüler der Kriegsjahre. Einfach deshalb, weil man das nicht vergessen kann“, erzählt Ludmilla Petrowna Jastrebow, die Schwester des Rektors der Uraler Medizinischen Akademie.

„47 Jahre, die ich an einem Arbeitsplatz, in der medizinischen Akademie, verbracht habe, habe ich immer gedacht, ich hätte keine Feinde, keine Neider. Und nun am Ende meiner Tage bin ich mit der Situation konfrontiert, dass jemand durch mich mit meinem Bruder abrechnen will, weil es sonst keine anderen Möglichkeiten gibt. In meinem ganzen Leben hatte ich nie mit jemandem einen Konflikt. Ich hatte großes Glück! Meine Arbeit ist immerhin mit Kranken, mit Studenten verbunden. Aber im Laufe von 47 Jahren hat niemand auch nur eine Beschwerde über mich geschrieben. Alle haben sich immer nur positiv geäußert. Ich kann natürlich niemandem in den Kopf sehen. Aber das es so war: Ich gegen jemanden, oder jemand gegen mich… Ich war gleichermaßen erfolgreich unter drei verschiedenen Rektoren tätig, unter drei verschiedenen Lehrstuhlleitern. Schon als Dozent hatte ich unter meinen Studenten der Gruppe Nr 402 Semjon Spektor. Er war älter als die anderen, ernsthafter. Ich kann mich gut an ihn erinnern. 1963 hatte ich gerade meine Doktorarbeit verteidigt über das Thema „Der Zustand der koagulativen und antikoalugativen Systeme des Blutes und die Resistenz gegen Antikoagulantien bei Myokardinfarkten und Arteriosklerose“. 1964 kam die Bestätigung aus Moskau und Semjon Spektor hat mir zur Verleihung des Doktortitels im Namen der Gruppe gratuliert. Damals habe ich am Lehrstuhl von Boris Pawlowitsch Kuschelewskij gearbeitet, ein in der UdSSR weithin bekannter Kardiologe. Und Laureat. Unter seiner Leitung war es auch, dass ich wissenschaftlich tätig war. Der Lehrstuhl war angesehen. Viele wollten hier arbeiten, da Boris Pawlowitsch ein echter Wissenschaftler war. Er war eine der seltenen Persönlichkeiten, denen man nicht oft im Leben begegnen kann. Jewgenija Roshdestvenskaja hat ein Buch über ihn geschrieben.

… Mein Bruder und ich wurden in eine Ingenieurfamilie hineingeboren: Mama war technischer Ingenieur, Papa chemischer. Zuerst studierten sie in der Hauptstadt, am Moskauer Institut für chemische Technologien, dann sind sie nach Odessa umgezogen. Dort wurde ich geboren. Ärzte gab es in unserer Familie nie, ich war die erste in der Familie, die Medizin studierte. Aber ich träumte davon, Arzt zu werden, und wollte diesen Beruf unbedingt ergreifen, ungeachtet der Tatsache, dass die Eltern dagegen waren. Möglicherweise hat auf meinen Berufswunsch auch das eingewirkt, das ich mit drei Jahren an Kinderlähmung mit schweren residualen Erscheinungen erkrankte und dadurch unfreiwillig mit der Medizin verbunden wurde. Ich hatte den Eindruck, es könne keinen besseren Beruf geben. Er wird von allen Menschen gebraucht: er ist humanitär und gut. Ich konnte an nichts anderes denken. Meine Eltern wollten es mir ausreden. Mein Vater sagte: „Wenn du Arzt wirst, hast du das ganze Leben mit dem Leid anderer Menschen zu tun und wirst nur die dunklen Seiten des Lebens sehen“. Er dachte, ich hätte eine literarische Begabung, die man entwickeln sollte. Am Medizinischen Institut in Minsk wollten viele studieren, 12 Anwärter auf einen Studienplatz, aber ich habe es geschafft. Mama wollte es mir vielleicht nicht unbedingt ausreden, sie war aber auch nicht besonders froh darüber. Ihr schien es besser, etwas anderes zu wählen. Aber es war meine Wahl. Als ich im dritten Studienjahr war, wurde mein Vater versetzt. Von Minsk sind wir an den Ural gezogen, und hier habe ich dann 1956 das Swerdlowsker Medizinische Institut abgeschlossen. Als Studentin war ich in einem Zirkel, den Kuschelewskij geleitet hat. Er hat meine Beflissenheit, meinen Fleiß, meinen Drang zur Medizin bemerkt und mir am Lehrstuhl Arbeit angeboten. In den ganzen sechs Jahren meines Studiums hatte ich nur eine „Zwei“. Aber sofort Assistentin zu werden, war nicht möglich. Boris Pawlowitsch bot mir die Stelle eines Laboranten an und als Ordinator sollte ich arbeiten. 1960 begann ich mit meiner Doktorarbeit, verteidigte sie und bekam den Doktortitel und erst dann wurde ich Lehrstuhlassistentin. In dieser Eigenschaft verbrachte ich 27 Jahre. Die letzten 20 Jahre war mein Bruder Anatolij Rektor. 1997 wurde Jan Gabinski Leiter des Lehrstuhls. Für mich waren alle Leiter des Lehrstuhles gleich gut. Es wurde unter allen kreativ gearbeitet, die Beziehungen waren geregelt, gut und jeder achtete jeden. Mit anderen Worten, ich ging jeden Tag zur Arbeit wie zu einem Fest. Ich hatte keine Kinder. Ich lebte nur für meine Arbeit. Für mich war es nicht ein zweites Zuhause, wie man gewöhnlich sagt, es war für mich mein erstes Zuhause.

Anatolij für die Medizin interessiert habe ich. Als ich in den höheren Semestern studierte, hat er mich immer sehr interessiert bei meinen Beschäftigungen beobachtet. Das Skelett eines „Homo Sapiens“ in Lebensgröße konnte man damals als Privatperson nicht kaufen, aber einen Schädel hatte ich dennoch auf meinem Nachttisch liegen. Nach dem vierten Studienjahr, als ich das Praktikumsjahr machte, nahm ich meinen Bruder mit: Er war damals 15 Jahre alt. Und hier hat er endgültig seine Liebe zur Medizin entdeckt, weil wir älteren Semester so wichtig und ernst erzählten, wie wir fast schon alleine operieren würden, obwohl wir kaum als Assistenten der Chirurgen gelten konnten.

Als Anatolij sein Abitur gemacht hatte und verkündete, er wolle Mediziner werden, waren die Eltern ehrlich gesagt mehr als aufgebracht. Der Vater versuchte den Sohn zur Vernunft zu bringen: „Ludmilla haben wir es erlaubt. Sie ist immerhin eine Frau. Aber wohin willst du damit? Du bist doch in den exakten Wissenschaften am besten!“ Aber der Bruder bestand auf seiner Wahl. Als ich 1956 das Swerdlowsker Medizinische Institut absolvierte, legte mein Bruder gerade die Aufnahmeprüfung ab. Keine Beziehungen, keine Protektion. Die einzige „Unterstützung“ war ich, gestern noch selber Studentin, die nervös auf der Bank vor dem Institut saß und ihrem Bruder die Daumen drückte. Anatolij schaffte die Prüfung und ging erfolgreich und selbstsicher seinen Weg. Während es mich eher zur praktischen Arbeit zog, war er eher für die Forschung, für alles, was im Zusammenhang mit der Genetik stand. Ich erinnere mich noch gut, wie er als Student immer Bisswunden an den Fingern hatte; die waren von den Kaninchen, an denen er Experimente vornahm. Nach dem Institut schrieb er seine Doktorarbeit. Zum Glück haben sich unsere Wege nie gekreuzt. Er war immer an einem anderen Lehrstuhl beschäftigt als ich. Warum sage ich „zum Glück“? Weil man mir heute das alles vorwirft.

… Bis 1995 gab es das Swerdlowsker Medizinische Institut. Anatolij Jastrebow wurde zum Rektor des Instituts ernannt, das dann zur Uraler Akademie der Medizin wurde. Ich habe hier 47 Jahre gearbeitet, ab 1956. 2003 habe ich gekündigt. Über meinen Lehrstuhl, den, wie er genannt wurde, der Inneren Krankheiten Nr.3, habe ich Gedichte geschrieben: „Am Lehrstuhl über viele Jahre, wechseln Namen und Generationen, strahlt ein würdiges Duett Professoren…“

… Es fiel mir immer schwerer, mich fortzubewegen, weil ich eine Vielzahl an Operationen im Laufe meines Lebens über mich ergehen lassen musste, hatte Knochenbrüche und verschiedene andere Verletzungen. Wer zu feinen Faden spinnt, dem reißt er leicht… Zuerst hinkte ich nur, dann brauchte ich einen Stock, dann zwei Krücken. Dann konnte ich gar nicht mehr laufen. Da wurde mir erlaubt, zu Hause zu arbeiten: Ich habe methodische Materialien vorbereitet, Tests, Überblicke über Fachbücher zusammengestellt, Doktoranden geholfen. In den letzten Jahren habe ich mich mit Störungen des Herz-Kreislaufsystems auseinandergesetzt und konnte den Doktoranten intensiv unter die Arme greifen. Außerdem hat der Lehrstuhl in Zusammenarbeit mit dem Herzzentrum eine neue Behandlungsmethode entwickelt – die Konsultation von Herzkranken per Telefon. Mit dieser Arbeit konnte sich nur ein hochqualifizierter Arzt beschäftigen, der in der Lage war, sich schnell und umfassend in dem weiten Bereich von Problemen und Fragen der Kranken zu orientieren. Ich war viele Jahre nicht nur in der Kardiologie, sondern auch in der Therapie beschäftigt. Diese Variante der „Heimarbeit“ kam mir ideal entgegen: Ich konnte mich erneut nützlich für die Gesellschaft fühlen, von den Patienten gebraucht, und konnte Leuten wirklich helfen. Ich begann nach einem neuen Schema zu arbeiten. Das war einfach. Alle waren mir dankbar. Aber ein neues Unglück stand schon vor der Tür: die Augen machten nicht mehr mit, ich bekam Probleme mit den Augen. Deshalb entschied ich mich, die Arbeit am 1. September 2003 aufzugeben, obwohl mich alle mochten. Bei mir zu Hause war es wie auf einer Zweigstelle des Lehrstuhls, immer war wer da, immer war was los. Die einen brachten Medikamente, die anderen holten die methodischen Materialien ab, die Doktoranten kamen mit ihren wissenschaftlichen Problemen, ihren Doktorarbeiten, oder um Literaturlisten abzuholen…

Ein Jahr nach meiner Kündigung schlug es dann plötzlich wie aus heiterem Himmel ein: 2004 interessierte man sich auf einmal brennend für meine Tätigkeit zu Hause.

Von 47 Berufsjahren habe ich nur drei in Heimarbeit verbracht. Die einzige Erklärung dafür, las ich in den Zeitungen, sah ich in den Fernsehsendungen: gegen meinen Bruder, den Rektor, wurden verschiedene Anschuldigungen erhoben.

„Aus dem Material des Auftraggebers wird eine Strafsache gezimmert“…

Die Meinung eines Juristen

Der verdiente Advokat Russlands, der Vorsteher der Anwaltskanzlei Nr.10 Nikolaj Osinzew:

Für jeden mit gesundem Menschenverstand ist die Strafsache gegen den Rektor der Uraler Medizinischen Akademie in Sachen dessen Schwester wirklich absurd. Wenn man alle emotionalen Momente einmal außer Acht lässt, wurde der ganze Aufruhr von den Behörden veranstaltet, mit ihren Durchsuchungen und anderen Ermittlungsmaßnahmen, und das für ein in der Sache lächerlichen Kern.

Nicht zufällig sind die Dinge, die heute Gegenstand eines Strafprozesses sind, im Laufe von mehreren Jahren mehrfach schon untersucht worden. Zum Beispiel von eben jener Staatsanwaltschaft des Bezirks Verch-Isetskij wurden mehrfach schon Anträge zur Einsetzung eines Strafverfahrens abgelehnt. Und das völlig rechtmäßig, denn in allen Begründungen heißt es immer wieder, dass keine Vergehen gegen das Strafrecht festzustellen sind. Was auch nicht anders sein kann. Für all das ist das bürgerliche Recht zuständig, genauer gesagt, das Arbeitsrecht. Und in diesem Rahmen könnte man prozessieren, aber nicht im Rahmen des Strafrechts. Das Problem der Leitung der Uraler Medizinschen Akademie ist allerdings ein anderes: Es gibt eine Gruppe Personen, die sehr daran interessiert ist, dass es der Akademie schlecht geht. Was natürlich an sich absurd ist.

Aber wenn die absolut absurden Fakten von Jastrebows Opponenten zu einer logischen Kette verknüpft, beschönigt und umgedeutet werden, und dem allen niemand widerspricht, könnte doch die Gefahr bestehen, dass jemand auf den Gedanken kommt, in der Akademie sei wirklich etwas ernsthaft faul.

Jastrebows Gegner versuchen schon im Laufe eines beträchtlichen Zeitraums, nicht nur Belastungsmaterial zu sammeln, sondern in buchstäblichem Sinne das Leben des Rektors und der Leitung der Akademie zu vergiften.

Der letzte Fall war Jastrebows Geburtstag. Ausgerechnet an Jastrebows Geburtstag kam der Untersuchungsrichter in die Akademie. Ausgerechnet an Jastrebows Geburtstag wünschte er Einsicht in verschiedene Unterlagen und wollte Jastrebow verhören, obwohl der Rektor schon früher ein Verhör abgelehnt hatte. Wir haben dem Untersuchungsrichter erklärt, dass dies höchst taktlos sei, angesichts eines Menschen in fortgeschrittenem Alter und mit diesen nicht wenigen Verdiensten vor dem Vaterland.

Die Organisatoren kontrollieren klar die Situation. Sie sind am Puls aller Vorgänge. Und sobald sie merken, dass die Staatsanwaltschaft dazu übergeht, die Fakten objektiv zu bewerten, organisieren sie umgehend einen „Artikel“ gegen die Staatsanwaltschaft mit dem Ziel diese einzuschüchtern, um eine objektive Beurteilung der Fakten und ein objektives Urteil in Übereinstimmung mit dem Gesetz zu verhindern. Und sie sind erfolgreich, da sie in den höchsten Kreisen der Macht unterstützt werden. Weil sie in den Führungskreisen des Föderationskreises Ural unterstützt werden. Dabei werden die Fakten in den Publikationen verfälscht, die Ereignisse falsch ausgelegt, und offensichtliche Lüge wird als Wahrheit ausgegeben. Das wird so gekonnt gemacht, das jemand, der nicht eingeweiht ist, leicht glauben könnte, das alles auch wirklich so ist.

Aber heute leuchtet das Hauptgebäude der Uraler Medizinischen Akademie in der Repinstraße in freudigen rosa Tönen. Die Mauern wurde absichtlich in Rosa gestrichen, als Zeichen und Symbol der Stabilität, des Wohlstandes, der Hoffnung, der Ruhe und Kreativität. Business und Ausbildung sind verschiedene Blutgruppen, aber das Haus, in dem man lebt, muss man bewahren, das haben mir die klugen Professoren in diesen Mauern erklärt. „Lehrer!“ so wird der Rektor der Uraler Medizinischen Akademie mit Hochachtung gleichermaßen von Professoren, Doktoranden, Studenten und schon diplomierten Ärzten genannt. Das zeigt eindeutig, wer wer ist. Gestern und heute in den Mauern der Uraler Medizinschen Akademie.

Übersetzung aus dem Russischen durch Herrn Alexander Kahl



 
 
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